HAUS 75, Ideenschmiede und Herberge der drei Kreativköpfe Matthias Mross, Sebastian Wandl und Lion Fleischmann. Bilder aus Holz an den Wänden, Zeichnungen mit Aquarell und Acryl auf Karton, Leinwände bemalt mit Stiften. Dieses uralte Gemäuer ist Werkstatt und Galerie zugleich für die ausgebildeten Illustratoren. Die drei Künstler lernten sich während des Studiums in der freien Kunstwerkstatt München kennen und aus ersten gemeinsamen Projekten entstand das Kollektiv "HAUS 75". Nach ersten Ausstellungen waren sie mehrfach auf der Stroke Art Fair, im Farbenladen und über die Grenzen hinweg in Österreich und Saint-Tropez vertreten.

Die jungen Künstler sind untereinander mindestens genauso kontrastreich wie ihre Kunst an den historischen Wänden ihrer Wohnstatt.

 

Lion "con carne" Fleischmann arbeitet gern mit Personendarstellungen und variiert sowohl in seinen zeichnerischen Techniken als auch in der Wahl der Materialien. Beim Betrachten seiner Arbeiten verwandeln sich augenscheinlich beliebig gewählte Gesichter in individuelle Persönlichkeiten. Seine einzelnen Arbeiten zeigen mal dicke Outlines, mal filigrane und detailierte Ausarbeitungen und die Maserung einer Holzplatte als Medium ist für ihn Teil des Kunstwerks. Wichtig ist ihm alles was echt ist und deshalb sind seine Werke vor allem immer eines: authentisch.

 

Matthias "Matzal" Mross Als Kind, haben die meisten von uns gerne gemalt. Laut eigener Aussage hat Matthias Mross dank Graffiti in seiner Jugend nie mit dem Malen aufgehört. Im Gegenteil: Es trat voll und ganz in seinen Fokus. Mittlerweile hat sich die Wahl seiner Motive aber deutlich verändert. Geblieben ist aber sein Hang zu den satten und leuchtenden Farben, denen er heute seine Leinwände wie Hausfassaden malt. Sein Studium als Illustrator macht sich in den unglaublich detaillierten, sich zu Bergen aufeinander türmenden Motiven, meist aus Häusern, Hütten, Müll, Gepäck oder Trümmern bestehen, bemerkbar. So Schafft er surreale Farbwelten, auf denen der Betrachter noch selbst auf den 100sten Blick etwas Neues auffällt.

 

Sebastian "Doubleyou" Wandl paart in seinen Werken Fotorealismus, Zeichenkunst und Ästhetik. Seine Motive sind Gesichter oder Teile davon, Frauen und Fabelwesen. Dabei verwendet er verschiedenste Materialien und Mittel, um immer wieder surreale Komponenten in seine Bilder einfließen zu lassen. Sebastian Wandls Werke sind mal abgedreht, mal nachdenklich, mal nüchtern aber auch witzig. Durch sein Herzblut und seine zeichnerische Passion entstehen Werke, die greifbar wirken und auf eine intensive Art auch nahbar und unheimlich fantasievoll.

 

So wie jeder von ihnen als Einzelkünstler im Kontrast zu den anderen steht, so fügt sich diese Eigenheit des einzelnen nahtlos zu den anderen, wenn die drei ein gemeinsames Projekt angehen. Jeder ergänzt den anderen und Ästhetik, Farbexplosionen und Detailverliebtheit verwandeln sich zu einem surrealen, anmutigen Gesamtkunstwerk.

 

Alle drei Künstler verbindet eine Leidenschaft: Urban Art nicht nur zu zeichnen oder darzustellen, sondern zu leben und die Welt, wie sie sich ihnen darstellt, in ihre Werke einfließen zu lassen. Es entsteht Kunst, die überläuft vor Fantasie.